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Stand: 14.12.2017

Pressemitteilung

Altersarmut stoppen – Rente sichern

Altersarmut stoppenGesprächsteilnehmer vor der Ausstellung rechts Michael Ohlemüller

Das auf einem Generationenvertag beruhende System der Altersrente bei dem die Jüngeren mit ihren Beiträgen in die Rentenversicherung einzahlen, aus der die aus  dem Arbeitsprozess Ausgeschiedenen ihre Renten erhalten, hat bis zur heutigen Zeit einigermaßen funktioniert; "nur" 3 % der heute 65-Jährigen Rentenbezieher seien von Altersarmut betroffen. Bitter für den einzelnen aber gesellschaftspolitisch noch kein Problem. Man muss jedoch der demografischen Entwicklung Beachtung schenken. Immer mehr Menschen leben immer länger, "was einst richtig war, muss heute neu bedacht werden", damit alle Menschen im Alter in Würde leben können, führt der Referent aus.

Altersarmut droht in Deutschland, wenn die Absenkung des Rentenniveaus nicht verhindert werden kann. Die Probleme der gesetzlichen Rentenversicherung sind vielfältig: Geburtenrückgänge, höhere Lebenserwartung, längere Rentenbezugsdauer, gesunkenes Renteneintrittsalter und zunehmend atypische Beschäftigungsformen, wie befristete Arbeitsverhältnisse, 450-Euro-Jobs, Zahl der Leihabeiter, die zu unregelmäßigen Rentenbeitragszahlungen führen. Dazu kommt, dass Rentner in bestimmten Bereichen (z. B. Gesundheitskosten) erhöhten Finanzbedarf haben.

2.500 Euro monatlicher Bruttolohn könnte uns im Alter vor dem Gang zum Sozialamt bewahren, sagt Ohlemüller auf den Mindestlohn als gute Maßnahme hinweisend, allerdings entfielen derzeit aufgrund der Nullzinspolitik Kapitalanlagen als Absicherungsmaßnahme.

Jeder dritte Alleinstehende ist armutsgefährdet", stellt Ohlemüller fest, der auch besondere Risikogruppen aufzeigt. Fünf bis zehn Prozent der heutigen Schüler erreichten keinen Ausbildungsabschluss; oft sind bereits deren Eltern erwerbslos. Zehn bis 20 % der Hauptschüler gelänge keine qualifizierte Ausbildung.

Eine Lösung zur Verhinderung der Altersarmut wäre das "Cappuccino-Rentenmodell" der Katholischen Arbeitnehmerbewegung, das sich "wie ein Cappuccino aus drei Schichten zusammensetzt:- Der Espresso entspräche einer Sockelrente (eine Pflichtversicherung für alle); der Milchkaffee einer Erwerbstätigenversicherung; und den Milchschaum bilden betriebliche und privat getroffene Vorsorge.