Auftakt der Aktionswoche Migrationsberatung
Auftakt der Aktionswoche Migrationsberatung im Caritaszentrum St. Elisabeth mit Christine Goßmann-Lindberg, Maren Becker, Mohamad Al-Alke, Christiane Sieben, Konsti Hahn, Daniel Baldy und Caritasdirektor Hubert Reise (v.l.n.r.
Mit dabei war auch Mohamad Al-Alke, der seit einigen Jahren das Beratungsangebot für erwachsene Zugewanderte im St. Elisabeth nutzt und eindrücklich erzählen konnte, wie sehr ihm die Unterstützung bis heute nicht nur im Alltag, sondern auch bei komplexen behördlichen Angelegenheiten hilft. Daniel Baldy zeigte sich von der Lebensgeschichte des Mannes aus Syrien sehr beeindruckt und hörte auch bei den Ausführungen der Berater*innen Maren Becker und Konsti Hahn aufmerksam zu. Beide schilderten von ihrem Beratungsalltag, den Hürden und den Sorgen, die Migrationsberatung in Zukunft in der bestehenden Form nicht mehr aufrecht erhalten zu können. Die Wohlfahrtsverbände, darunter auch die Caritas, sehen eine neue Förderrichtlinie des Bundes für das Jahr 2027 mit großer Sorge. Die Pläne sehen vor, den Zugang zur Migrationsberatung für erwachsene Zuwanderer (MBE) stark zu begrenzen. Künftig sollen nur noch Menschen beraten werden, die seit höchstens drei Jahren und in Ausnahmefällen fünf Jahren in Deutschland leben. Wer schon länger in Deutschland lebt, aber weiterhin Hilfe beim Ankommen oder der beruflichen Integration sucht, würde diese wichtige Unterstützung verlieren.
Die Aktionswoche macht jedes Jahr auf die unverzichtbare Rolle der Beratungsarbeit für eine gelingende Integration aufmerksam und fordert eine verlässliche finanzielle und strukturelle Absicherung der Dienste. Vor diesem Hintergrund äußerten die Fachkräfte ihre wachsende Sorge, das essenzielle Beratungsangebot angesichts unsicherer Rahmenbedingungen, neuen Förderrichtlinien und drohender Mittelkürzungen in Zukunft nicht mehr in der bestehenden Form aufrechterhalten zu können. Daniel Baldy hörte den Ausführungen aufmerksam zu und nahm die geschilderten Praxisprobleme sowie die dringenden Impulse mit für seine politische Arbeit in Berlin.