Caritas setzt auf den Weg zurück in Arbeit
Angesichts einer sehr verhaltenen Lage auf dem Arbeitsmarkt und einer bundesweiten Arbeitslosenquote von unverändert 6,2 Prozent kommt Einrichtungen wie dem Caritas aktiv St. Antonius eine wichtige Rolle zu. Mit vielfältigen Angeboten unterstützt das CaSA, das zum Caritasverband Mainz e.V. gehört, Menschen dabei, wieder Fuß auf dem Arbeitsmarkt zu fassen - insbesondere Langzeit arbeitslose, Menschen mit Migrationshintergrund sowie Personen, die aufgrund ihres Alters, gesundheitlicher Einschränkungen oder fehlender Qualifikationen nur schwer eine Beschäftigung finden.
Im Rahmen von Arbeitsgelegenheiten erhalten die Teilnehmenden eine feste Tagesstruktur, sammeln praktische Erfahrungen und verbessern bei Bedarf ihre Deutschkenntnisse. Die Einsatzmöglichkeiten sind vielfältig: von der Holzwerkstatt über das Umweltprojekt "Grüne Stadt" in Kooperation mit der Stadt Ingelheim und der lokalen Pfarrei bis hin zur Lebensmittelausgabe Brotkorb, den Mittagstischen, der Textilwerkstatt oder dem Mini-Markt - verteilt über den gesamten Landkreis Mainz-Bingen.

Einer der Teilnehmenden ist Andrii Horishnii. Der angelernte Möbelbauer kam 2023 aus der Ukraine nach Deutschland und arbeitet seit einem Jahr in der Holzwerkstatt des CaSA. Dort fertigt er mit großer Begeisterung Nistkästen, Fleder mauskästen und Vogelhäuser, die vom NABU für den Naturschutz genutzt werden. "Ich bin sehr froh, hier zu sein und mit Holz gestalten zu dürfen", sagt Horishnii, der darauf hofft, nach seiner Zeit im CaSA eine Festanstellung auf dem Arbeitsmarkt zu finden.
Arbeitsgelegenheiten werden über das Jobcenter vermittelt und dauern in der Regel sechs Monate. Je nach individuellem Bedarf können sie verlängert werden. Für Andrii Horishnii wurde inzwischen bereits die zweite Verlängerung bewilligt. Parallel nimmt er an einem Einzelcoaching teil, das gezielt auf die Vermittlung in den ersten Arbeitsmarkt vorbereitet. "Wir suchen gemeinsam passende Arbeitgeber, erstellen Bewerbungsunterlagen und bereiten auf Vorstellungsgespräche vor", erläutert Sozialpädagogin Helena Gunkel-David, eine von vier Beraterinnen im Einzelcoaching. Die Chancen auf eine Vermittlung schätzt sie bei Horishnii als gut ein: "Er ist hoch motiviert und fachlich sehr gut aufgestellt. Zudem hat er in jüngster Zeit weitere Qualifikationen erworben, unter anderem den Maschinenschein."
Dass dieser Ansatz erfolgreich ist, zeigen auch die Zahlen. Die Vermittlungsquote im Einzelcoaching lag im Jahr 2025 bei 44 Prozent. "Wenn man bedenkt, dass viele unserer Teilnehmenden über 50 Jahre alt sind, über geringe Qualifikationen verfügen oder gesundheitliche Einschränkungen mitbringen, ist das ein großer Erfolg", betont Einrichtungsleiterin Ulrike Hahn. Grundlage dafür sei auch die langjährige und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit dem Jobcenter.
Derzeit begleitet das Caritas aktiv St. Antonius gleichzeitig rund 70 Menschen in Arbeitsgelegenheiten, 30 Personen im Einzelcoaching sowie weitere 15 Teilnehmende im Projekt "Blickwechsel". Doch nicht jeder Mensch kann unmittelbar in Arbeit vermittelt werden. Auch dann endet die Unterstützung nicht. "Wenn sich zeigt, dass eine Vermittlung aktuell nicht möglich ist, lassen wir die Menschen nicht allein", sagt Ulrike Hahn. Die Sozialberater*innen unterstützen beispielsweise bei der Beantragung einer Erwerbsminderungsrente, vermitteln Kontakte zur gesetzlichen Betreuung, helfen bei der Wohnungssuche oder stellen den Kontakt zu Schuldner- oder Suchtberatungsstellen her.
"Unsere Arbeit geht weit über reine Arbeitsvermittlung hinaus", fasst die Einrichtungsleiterin zusammen. "Wir begleiten Menschen in schwierigen Lebenssituationen ganzheitlich und schaffen Perspektiven." Für die Zukunft wünscht sie sich, das Angebot weiter aus bauen zu können: "Es wäre schön, wenn wir noch mehr Qualifizierungsangebote schaffen könnten - etwa Schulungen oder zusätzliche Sprachförderung. Das würde vielen Menschen den Weg in den Arbeitsmarkt weiter erleichtern."
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