Impro-Theater fördert Mut und Kreativität
Eine Maschine, die schnauft, rasselt und sich bewegt? Oder ein ganz gewöhnlicher Gegenstand, der plötzlich eine völlig neue Bedeutung bekommt? Beim Improvisationstheater ist alles möglich. Wie viel Fantasie und Spielfreude darin stecken, erlebten zehn Mädchen aus der Region am vergangenen Samstag, 17. Oktober, beim Workshop "Spontan, witzig und mutig: 5,4,3,2,1, los! - Deine Bühne, Deine Stimme" in Ingelheim.
Anlässlich des Weltmädchentages hatten das Caritaszentrum St. Elisabeth und der Zonta Club Rheingau-Rheinhessen Schülerinnen ab der fünften Klasse eingeladen, sich auf der Bühne auszuprobieren. Unter der Leitung der Theaterlehrerin und Schauspielerin Christiane Krüger-Blum tauchten die zehn- bis 13-Jährigen in die Welt des Improvisationstheaters ein. Einige brachten bereits Theatererfahrung mit, andere standen zum ersten Mal vor der Herausforderung, spontan in eine Rolle zu schlüpfen. "Ich bin bei uns in der Schule in der Theater-AG", erzählte eine Teilnehmerin. Für eine andere hingegen war alles neu: "Ich habe noch nie Theater gespielt."
Viel Fantasie und Spontaneität

Berührungsängste waren beim gemeinsamen Ausprobieren schnell nebensächlich. Mal stellten die Mädchen zusammen eine Maschine dar, die schnaufte, rasselte und sich bewegte. Mal entwickelten sie zu zweit Bewegungsabläufe oder nutzten Gegenstände auf ungewöhnliche Weise. Gefragt waren Fantasie, Spontaneität und die Bereitschaft, sich auf die Ideen der anderen einzulassen. Dabei hatten die Teilnehmerinnen viel Spaß am freien Theaterspiel und am Improvisieren.
Genau das macht Improvisationstheater aus: Es gibt kein festes Drehbuch und keine falschen Einfälle. Was zählt, ist der Mut, etwas auszuprobieren, auf andere zu reagieren und gemeinsam neue Geschichten entstehen zu lassen. So können die Mädchen ihre Kreativität entdecken, Selbstvertrauen gewinnen und erleben, wie bereichernd es ist, eigene Ideen einzubringen. Theater kann ihnen dabei helfen, ihre eigene Stimme zu finden, persönliche Geschichten sichtbar zu machen und gesellschaftliche Normen spielerisch zu hinterfragen.
Der Workshop fand bereits zum zweiten Mal statt. Eine Teilnehmerin war sogar schon im vergangenen Jahr dabei. Die erneute Veranstaltung zeigt, wie das Format Mädchen dazu einlädt, sich selbst und ihre Ausdrucksmöglichkeiten spielerisch neu zu entdecken.
Organisiert wurde der Workshop vom Caritaszentrum St. Elisabeth und dem Zonta Club Rheingau-Rheinhessen. Die Veranstaltung zum Weltmädchentag wurde von der Wilhelm Emmanuel von Ketteler-Stiftung gefördert.
